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Freitag, 8. Mai 2015

Handy, Haare, Hector Pieterson

Nun gibt es mal wieder ein kleinen Bericht von Meinen Aktivitäten an den letzten Wochenenden. Beide vergangenden Wocheendne waren durch Feiertage extra lang, der Montag und der Feitag waren frei. Also nutzten wir den Sonntag um endlich in das Museum of Africa zu gehen. Dazu sind wir am nach dem Gottesdienst in St. Peters mit einem Taxi zum Bree gefahren. Am Sammtag hatten Judith M. Und ich uns in der Rosebankmall eine neue Hose gekauft, welche Judith auch gleich angezogen hat. Nachdem wir vom Bree ein paar Meter durch Newtown zum Museum gelaufen sind, bemerkte Judith plötzlich dass ihr Handy (ein altes Schiebehandy) nicht mehr in ihrer Tasche war. Um es zu finden haben wir es kurtz angerufen, es war zwar ein Freizeichen, jedoch kein Klingeln in unseren Taschen zu hören. Darauf schlossen wir, dass es irgendwie im Taxi aus der Hosentasche gerutscht sein muss, jedoch nicht absichtlich gestohlen wurde. In gedanken verabschiedeten wir uns schonmal von Handy und der SIM Karte.



Im Africa Museum war gerade eine große Austellung zu „rise and fall of Apartheit“. Die Ausstellung bestand aus sehr vielen Fotographien die mit kleine Texten auf zwei Ebenen Cronographisch angeordnet waren. Auf den Fotos waren sowohl die bekannten „Nie Blankes – only Whites“ Schilder als auch die vielseitigen anti Appartheitsbewegungen (von schwartzen und weissen) zu sehen. Im weiteren Teil des Museums ging es um Fotographiegeschichte und erste Siedlungen in Johannesburg. Nach dem Museum haben wir noch ein kleinen Abstecher zum Market Theater gemacht, welches nur eine strasse entfernt steht. Das Market theater wurde in einer ehmaligen Markthalle erbaut. Zwischen durch kann man noch einzelne Architekturelemante entdecken, die an die ehmalige Nutzung erinnern. Seit c.a. einem halben Jahr ist neben dem Theater eine Mall. Zurück im Bree fragen wir uns durch zum Taxi nach Parkview. Plötzlich spricht uns ein anderer Taxifahrer an. Zunaechst verstehe ich nicht was er von uns möchte, dann erkenne ich jedoch, dass es der Taxifahrer von unserer Hinfahrt war. Es fragt ob wir ein Telephon suchen und nachdem Judith ihm ihr Handy beschrieben hatte, geht er zu seinem Taxi und holt Judiths Handy aus dem Handschuhfach. Wir hätten nie im Leben geglaubt, dass wir im Bree unter Hunderten genau das Taxi von der hinfahrt wiederfinden! Diese kleine Geschichte beweisst mal wieder sehr schoen, dass nicht alle Menschen in Johannesburg Kriminell und Korrupt sind, wie es oft in deutschen Puplikationen behaubtet wird.


Am darauf folgendne Wocheende sind wir am freien Freitag mittag ersteinmal nebenan in Hillbrow Haare kaufen gegangen. Mit Haare meine ich natuerlich kuenstliche aus Plastik. In den vielen Haar shops gibt es oft eine riesige Auswahl an Haaren, von rosa ueber blond bis schwartz, lang kurtz und gelockt. In Suedafrika ist es ganz normal, dass vorallem Frauen sich kuenstliche Haare einflechten lassen. Dabei gibt es die vielfaeltigsten Frisuren und Methoden. Zum beispiel kann man die Haare drehen (Twists) oder Flechten (Braids) und an der Kopfhaut anliegen haben. Auch verschiedenste Perruecken sind top Modern.

Ich habe mich fuer ein dunkles Rost Rot entschieden. Mid den Haaren im gepaeck sind wir anschliessend am Sammstag frueh morgens nach Soweto gefahren, wo wir auch schon andere Freiwillige getroffen haben. Gemainsam sind wir dann in einen der vielen kleinen Frisoer Salongs gegangen. unser Salong hiess "Salong Tuscha" uns war in einem kleinem Haus, die einrichtung bestand aus  vielen stuelen und Spiegeln. Nach einer kleinen wartezeit waren wir auch schon an der reihe. Problematisch war nur, dass nur eine der 4 Frisoerinnen englisch verstand und somit fuer uns unsere Frisurwuensche uebersetzen musste. Ich wollte duenne Brauds haben, Judith M. auf der einen seite an den kopf angeflochtene Braids und Laura und Judith W. duenne Twists. Josie, Nele und Jannine mussten leider aus Platzgruenden in den Salong gegenueber wechseln. Bei duennen Braids werden immer kleine straenen des eigenen Haars mit straenen der Falschen Haars zusammen zu Zoepfen geflochten. Gerade am anfang eines jeden Zopfes kann das deutlich ziehen und ziepen. c.a. 200 Zoepfe und 6 bis 7 Stunden spaeter waren auch schon drei Pakete mit Falschen haaren verbraucht. Abschliessend wurden die falschen Haare noch in heisses Wasser gehalten damit die Enden nicht so schnell aufgehen und die Anfaenge mit einem Oelspray besprueht. 
Es ist ein Total komisches gefuehl ploetzlich doppelt so lange Haare zu haben und eine Deutlich andere Farbe ! ich konnte zuerst garnicht aufhoehren in den Spiegel zu schauen. Die erste nacht mit meinen neuen Haaren war allerdings fast genauso schmertzhaft wie der Prozess der Enrstehung, da sich meine kopfhaut noch nicht an die vielen knoten gewoehnt hatte.






In Arbeit...


...Selfiee ....

  
.... alles fertig, um kurtz nach 10 !













Am folgendne Tag waren wir noch im Hektor Pieterson Museum in Soweto (bzw. Orlando West) und In der Vilakazi Street 8115, dem wohnhaus von Nelson Mandela uns deiner Familie. Das Hector Pieterson Museum kann ich nur empfehlen, es informiert sehr eindruecklich ueber den Schuelerprotest 1976 und die ganze zeit der Appartheit. Dabe ist es nicht ganz so langathmig wie das Appartheitsmuseum in gut in 2 Stunden zu beweltigen. Das Mandela House ist nicht so sehr interessant, es ist eine ansammlund von persoenlichen gegenstaenden und auszeichnungen der Familie. Insgesammt passt fuer mich die Vilakazi Street nicht so nach Soweto, sie ist mir ein wenig zu touristisch. Ausserdem habe ich dort so viele extrem Teuer Autos auf einem Haufen gesehen wie noch niergendwo anderst in Suedafrika. Es reihte sich Lamborgini, Ferrari und Porsche aneinander!

Zu guter letzt wurden Judith und ich auf dem Uni Campus vermehrt wegen unseer Frisur angesprochen, es ist fuer weisse schon recht ungewoehnlich Braids oder Twists zu haben. ;)
Diese woche war auch eein Theatherstueck einer Mitarbeiterin von DFL im Wits Theather zu sehen "Linage: Herstory" .


   














 

Freitag, 24. April 2015

March against Xenophobia

Liebe Blogleser,
schonwieder schreibe ich über Xenophobia, jedoch mit sehr schönen Nachrichten. Vielleicht habt ihr sogar von dem Einsatz der Südafrikanischen Armee in dem Township Alexandria im Norden von Johannesburg gehört. Leider interessieren sich die Menschen eher für Mord und Todschlag als für friedliche Dinge, weshalb ich in den deutschen Medien nahezu nix über eine wunderbare Veranstaltung gestern in Johannesburg gefunden habe. Mit folgendem Post möchte ich das Versagen der deutschen Medien ein wenig retten. Ich lasse nicht zu, dass die Aktionen von c.a. 600 Menschen das Bild, dass die Welt von Südafrika hat ruinieren! Diese 600 Menschen sind absolut keine repräsentative Mehrheit bei  einer Bevölkerung von c.a. 54 Millionen!

Die ganze Woche über waren in meiner Umgebung ständig Projekte oder Veranstaltungen gegen Xenophobia und für die Opfer der Attacken. Das Büro von Drama for Life ist als "Save Place" deklariert worden und ein einem bestimmten Raum wird von der MA Dramatherapie Absolventen eine Betreuung und Reflexion für Opfer angeboten. Auf unserem Flur steht eins Kiste mit Materialspendenaufruf für Flüchtlingslager. Nahezu jeden Tag gibt es in der mittagspause auf dem Campus Aktionen von Studentengruppen die Singen und Transparente halten.

Am Dienstag Abend war ich zusammen mit Judith, Johannes und ein paar Freunden aus Hillbrow bei einer Veranstaltung von  Lead SA auf dem Contitution Hill. es war zum Teil als ruige veranstaltung zum gedenken der Opfer gedacht, mit Kerzen anzünden, Nationalhymne und reden. Im weiteren Verlauf entwickelte sich jedoch eine dynamische fröhliche Stimmung. Es wurde mit Plakaten in der Hand zu Liedern getanzt. Da ich die Texte nicht versanden habe (es handelte sich nicht um englisch) kann ich nur wiedergeben was ich beim Nachfragen erfahren habe. Die Hauptbotschaft dieser Lieder war Frieden, Gleichheit, Menschlichkeit, Vereinigung in Afrika.
Dieses Foto wurde von dem Fotographen Evans Mathibe fotographiert auf dem Contitution Hill
 Gestern waren Judith und ich zusammen mit einigen Studenten und Mitarbeitern von DFL beim grossen Peopels March. Es war einfach unglaublich in dieser Masse zu sein. die Schätzungen liegen zwischen 25.000 und 30.000 Menschen die mit bunten Plakaten, Fahnen und Transparenten fröhlich rufend durch dir Strassen von Johannesburg gezogen sind. Viele der Lieder und Sprechchöre habe ich zwar aufgrund der Sprache nicht verstanden, jedoch handelten sie wie schon am Vorabend von Frieden, Gleichheit, Menschlichkeit, Vereinigung in Afrika.

Hier kommen noch ein paar interessante Links zur Berichterstattung über Johannesburg. Zunaecht zwei echt gute berichte aus den Südafrikanischen Medien:
News24
SApeople
BBC

und jetzt die beiden schlechten Artikel aus den deutschen Medien, die ARD hat es trotz vorheriger Berichterstattung aus Johannesburg über die Gewalt nicht hinbekommen ein Reporter vorbei zu schicken ! Und Zeit und Spiegel schreiben so ziemlich das gleiche, da sie auch keine eigenen Leute vor Ort hatten. Dazu nennen sie sogar eine wahrscheinlich falsche Zahl der Teilnehmer !

Zeit

Spiegel


Von nun an lasse ich mal ein paar Bilder und Videos sprechen... alles aufgenommen mit Judith's Kammara



































Freitag, 17. April 2015

Xenophobia

Liebe Bloggleser,

eigentlich wollte ich mich mit einem erfreulicherem Thema uns schönen Fotos aus meinem Urlaub mit meiner Familie zurückmelden, jedoch lassen mir die Aktuellen Geschehnisse in Südafrika keine Ruhe. Vielleicht habt ihr Anfang der Woche von den Xenophobia (PONS: „Fremdenhass“ ich hätte es eher mit „Angst vor Fremden“ übersetzt) attacs mitbekommen. Das thema Xenophobia ist für mich nicht neu, seit Anfang des Jahres gibt es immer mal wieder trauringen Anlass darüber zu sprechen.
Für alle die das Wort noch nie gehört haben, werde ich kurz erklären worum es sich handelt. Mit Xenophobia werden speziell in Südafrika alle Verbrechen bezeichnet die von (schwarzen) Südafrikanern gegen (schwarze) Einwandere und Flüchtlinge (aus Zimbabwe, Botswana, Malawi, Äthiopien, Mosambik und anderen Afrikanischen Staaten) getätigt werden. Der Begriff wird getrennt von Rassismus verwendet, welcher in Südafrika meistens einen Konflikt zwischen Schwatz und Weiß bezeichnet. Da für mich die Übersetzung von PONS sehr hetzerisch klingt werde ich im folgenden auch nur von Xenophobia sprechen, was der englische (und somit der von mir der meist gehörte) und griechische (und somit etwas nüchtern/wissenschaftlich/objektiv klingender) Ausdruck ist.
Auslöser einer solchen Gewalttat kann vieles sein. In Januar und Februar wurde in Soweto ein Kind eines Südafrikaners von einem Pakistanischem Ladenbesitzer erschossen. Darauf hin wurden sämtliche kleine Läden mit Pakistanischen und Indischen Besitzern von Südafrikanern gestürmt und geplündert. Der wahre Hintergrund ist, dass in diesen Läden oft die Waren etwas billiger angeboten werden und somit Südafrikanern weniger Kunden haben.
Ein häufig benutztes Argument der Südafrikanern ist, dass die Einwanderer ihnen die Arbeitsplätze wegnehmen würden. Anfangen haben die aktuellen Ausschreitungen nach einer Rede vom Zulu König Goodwill Zwelithini. In Südafrika haben die Oberhäupter der sog. Tribes ( PONS: Stämme d.h. Zulu, Xhosa, Swana, Nebele, Shoto, San, Pedi, Venda, Twsonga, Swati) zum Teil immer noch sehr hohes Ansehen und Macht, obwohl sie nach der Verfassung ganz normale Bürger sind. Dieser König forderte alle Ausländer auf, Südafrika zu verlassen. Darauf hin attackierte eine Gruppe von radikalen Zulus Stadtteile von Durban in denen besonders viele Einwanderer leben. Einige Menschen wurden daraufhin auf äußerst brutale und bestialische Art und Weise ermordet (an dieser Stelle möchte ich keine weiteren Beschreibungen machen, es existieren genug Bilder im Internet). Auch wenn ich nicht zu den direkten Zielen solcher Gewalttaten gehöre, finde ich es sehr beängstigend, dass Menschen in dem Land in dem ich nun mal lebe nur aufgrund ihrer Nationalität getötet werden, und das nur c.a. 8 Stunden Fahrzeit südlich von mir. Eine andere ELM Freiwillige hat gestern folgendes über Facebook veröffentlicht:
 „Seit ca. 2 Wochen gibt es in den umliegenden Townships von Durban immer mehr Ausschreitungen von Südafrikanischer Seite gegen Ausländer, besonders Flüchtlinge.
Am Dienstag kam es ebenfalls zu Ausschreitungen in der Innenstadt Durbans. Unter anderem genau in dem Viertel, in dem mein Projekt ist, was ein Flüchtlingskindergarten ist. In den umliegenden Straßen wohnen ebenfalls sehr viele Ausländer.
Um die Mittagszeit kamen meine Mitarbeiter schreiend und weinend rein und meinten, dass die Menschengruppe hier sei und auch uns attackieren wird. Zur selben Zeit kamen die Eltern der Kinder zum Teil weinend in die Klassen und haben ihre Kinder geschnappt und sind nach Hause gelaufen. Sie haben geschriehen 'They are coming to kill us.' Ich habe meinen Mitbewohner Diego angerufen und ihn angefleht mich abzuholen, denn zum Glück wurden die Menschenmassen, die mit Buschmessern und Äxten bewaffnet war, noch auf der Querstraße zurück gehalten. Als wir dann los gefahren sind sahen wir die schreienden Menschen, angezündete Autoreifen und Polizei. Wir sind noch aus der Innenstadt raus gekommen und haben ebenfalls schnell unsere Mitbewohnerin Kim Ly abgeholt, da sie auch in einem der betroffenen Stadtteilen arbeitet. Soweit sind wohl alle meine Mitarbeiter, die auch so gut wie alle Ausländer sind und die Kinder aus der Schule sicher.
Aber direkt in meiner Projektgegend wurden Menschen auf brutale Art getötet, ich darf für die nächsten Tage nicht mehr in mein Projekt. In der Stadt ist sind die Ausschreitungen soweit unter Kontrolle, aber in den Townships noch längst nicht.
Hier dazu noch ein Beitrag auf dem Blog meiner Mitbewohnerin Kim Ly.
https://otterpfote.wordpress.com/…/xenophobie-attacken-auf…/

Heute Morgen im Büro habe ich noch mehr erfahren. Es ist ein Zug mit radikalen Zulu Anhängern nach Gauteng unterwegs, wahrscheinlich nach Johannesburg und Pretoria. Anzio, unser Mitbewohner, ist wie viele andere sehr besorgt um die Sicherheitslage. „Ich kann euch nur davon abraten am Wochenende aus der Wohnung zu gehen. Das sage ich nicht nur euch sondern auch allen meinen Freunden und meiner Familie. Ich kann es euch nicht verbieten raus zu gehen, doch mache ich mir sorgen.“ Ein weitere Mitarbeiter traut sich nicht mehr mit seinem Auto durch die Stadt zu fahren, da er ein Kennzeichen aus Botswana hat, selbst der Security Angestellt der bei uns unten im Haus sitzt fühlt sich nicht sicher. Dazu kommt eine mehr oder weniger offizielle Bombendrohung von Boko Haram in der erwähnt wird, dass sie handeln werden, falls sich die Lage in Süd Afrika nicht in den nächsten 24 Stunden verbessert hat. Mir machen diese sachen natürlich auch Angst, doch solange ich keine Nachrichten von der Deutschen Botschaft in Pretoria bekomme, ist die Lage für mich noch recht sicher. Natürlich bin ich sehr vorsichtig und werde mich nicht in Gefahr begeben, bitte macht euch keine Sorgen. Ich informiere mich zur Zeit bei nahe zu jeder Aktion bei meinem Südafrikanischen Mitmenschen, ob es ein Sicherheitsrisiko gibt.
Jedoch gibt es auch sehr viele Gegenaktionen von WITs und Drama For Life. Unter den folgenden Links und Hash-Tags (#) bekommt ihr einen kleinen Einblick. https://www.facebook.com/witsdramaforlife?fref=ts #‎XenophobicAttacksSouthAfrica #NotInOurName #XenophobiaSA .

Vorletzten Donnerstag hat DFL in der wöchentlichen Townhall auch an das Al Shabab Attentat in der Universität von Garissa erinnert bei dem durch die vier Attentäter 148 vorwiegend Christliche StudentInnen getötet wurden. Der Hash-Tag #148IsNotJustANumber macht darauf aufmerksam, dass dieses Attentat nicht wie gewöhnlich einfach zu den Akten gelegt werden kann und die Zahl 148 in irgend eine Statistik einfließt. ‪#‎KenyaMassacre‬ #‎GarissaAttack‬
Zum Thema Boko Haram möchte ich nochmal darauf aufmerksam machen, dass schon 368 Tage vergangen sind seit die 273 Nigerianischen Schulmädchen gekidnappt wurden. ‪#‎bringbackourgirls‬ Dieses Thema wurde mittlerweile nahezu komplett aus den Nachrichten verdrängt !
Diese ganzen schrecklichen Nachrichten erinnern mich ein wenig daran, was gerade in Deutschland für eine Stimmung herrscht. Asylantenheime werden Abgebrannt und es wird immer schwieriger überhaupt Asyl in der EU zu bekommen. Bürgermeister treten aufgrund von belästigungen durch Rechtsaktivisten von ihrem Amt zurück! Bitte denkt beim Lesen dieses Textes daran dass wir alle Menschen sind. Wir bezeichnen uns als Homo Sapiens. Doch kein Anderes Tier ist so dumm und schlachtet sich aufgrund so nebensächlicher Sachen wie der formellen Staatsangehörigkeit ab! Ich möchte mir nicht vorstellen wohin diese globalen Tendenzen führen sollen.
Schließlich ist mir noch eine große Bildungslücke aufgefallen. In unserer Schullaufbahn wird NIE über den Genozid 1994 in Ruanda gesprochen. Bis ich vor kurzem ein Theaterstück über das geschehen gesehen hatte und im Rahmen der Townhall an den 21. Jahrestag erinnert wurde wusste ich nichts davon. #‎RwandaGenocideRemembered‬ Wenn man überhaupt über Geschichte nach dem Mauerfall spricht, spricht man über das Ende der Apartheid aber nicht über Ruanda. Ich fände es sehr schön, wenn die Damen und Herren im Kultusministerium beim Planen des Curiculums für Geschichte/Politik auch auf nicht Europäische weltbewegende Ereignisse achten würden. Ebenfalls das Thema Apartheid findet sehr wenig Erwähnung im Unterricht. Von Themen wie „Chritical Whiteness“ mal ganz zu schweigen :X ;)

Ich halte euch auf dem Laufenden über die entwicklungen in Johannesburg

Mittwoch, 4. März 2015

Zwischensemiar, Rugby, und Arbeit

Als allererstes möchte ich mich dafür entschuldigen, dass ihr so lange nichts mehr von mir gehört habt. Es ist nicht so, dass ich Deutschland und euch vergessen habe, aber manchmal habe ich einfach nicht das Bedürfnis über Deutschland nachzudenken. Ich lebe im hier und jetzt, das bedeutet für mich, dass ich in Südafrika bin und mir hier ein soziales Netz aufbaue. Deutschland ist für mich meistens Vergangenheit, etwas mit dem ich gedanklich erstmal abgeschlossen habe. Ich habe die Schule beendet, seit September fängt für mich endgültig ein neuer Lebensabschnitt an mit neuen Zielen und Prioritäten. Das Ziel ABI mit entsprechendem NC habe ich geschafft. Ich habe es auch geschafft mich in Südafrika zu verständigen und halbwegs zu integrieren. Meine neuen Ziele sind, dass ich das nächste halbe Jahr noch tiefer in die Kultur eintauche, sodass ich nächsten August sicher behaupten kann, diese Land nicht nur kennengelernt sondern auch verstanden habe. Ich merke jetzt schon, dass sich mein Standpunkt verschoben hat. Anfangs habe ich noch täglich die Seite von Tagesschau.de mehr als gründlich gelesen, jetzt überfliege ich meist nurnoch die Schlagzeilen. Themen wie Ukraine, Eurokriese, Terrorismus und IS berühren mich plötzlich recht wenig. Ich kann kann nicht beschreiben wieso mich derart wichtige und teilweise schreckliche Nachrichten weniger bewegen als noch vor wenigen Monaten, aber ich werte es mal als positiv, dass ich mich auch gedanklich von dem europäischen Einfluss lösen kann. Das Programm heisst Seitenwechsel und ich fühle gerade wie ich wechsel. Es ist ein komisches Gehühl das was am jahrelang als so nah erfahren hat plötzlich aus der Ferne zu beurteilen, man relativiert viel stärker.
Das waren jetzt sehr persönliche Gedanken, bei den ich nicht sicherbin ob ich sie richtig formuliert habe oder wie ich es ausdrücken soll. Mir war aber wichtig euch mitzuteilen warum ich keinen grossen Kontakt nach Deutschland halten kann. Vielleicht sind diese Gedanken auch nur für mich logisch, aber ich hoffe ihr könnt mich verstehen.

Bei meinem Zwischenseminar in Howick habe ich mich mir vielen anderen Freiwilligen zu verschiedenen Themen ausgetauscht. Wir haben über unsere Erfahrungen und Erlebnisse gesprochen, über Probleme und eventuelle Lösungen sowie über unsere Ziele. Es war sehr interessant zu hören wie es den anderen geht und wer was erlebt hat. Dabei ist mir sehr deutlich geworden wie unterschiedlich die einzelnen Projekte sind. Was für ein Unterschied entsteht, ob man im Township, auf dem Land oder in der Großstadt wohnt und arbeitet. Da Drama for Life an die Uni gebunden ist, herrscht hier auch eine akademische Atmosphäre in er kein Platz für Gewalt, Rassismus und Religion ist. Ganz ändert sieht das in eineigen anderen Projekten aus. Selbst die Arbeitsweise ist bei und vergleichsweise strukturiert und ordentlich. Natürlich haben wir auf dem Seminar nicht den ganzen Tag über diskutiert und gegenseitig zugehört. Wir haben auch Rugby gespielt und gemeinsam Filme geschaut. Nebenbei hatten wir haben wir uns auch noch gegenseitig umgebracht und Briefe geschrieben. Die Yogaeiheit vor dem Frühstück möchte ich auch noch einmal erwähnen, vielen Dank an dieser Stelle an Max und Regina! Insgesamt war es ein sehr schönen Seminar, ich freue mich schon auf das Nachbereitungsseminar mit euch! Allerdings bin ich immernoch ein wenig zerrissen, da ich natürlich auch sehr gespannt bin, was die Freiwilligen aus Indien, Malawi und Südamerika zu berichten haben. Wie ich es mache dass ich beide Gruppen wiedersehe weiss ich noch nicht, es ist auf jeden fall Thematisch sinnvoller am Seminar für die Afrikafreiwilligen teilzunehmen.

Jetzt aber genug über meine Gedanken gebschwafelt, das soll ja kein innerer Monolog werden... ;)

Nun erzähle ich endlich was im Januar und Feburas so alles passiert ist. Womit wir beim zweiten Grund wären, weshalb ich seit längerer zeit nicht mehr auf meinem Blog aktiv war. Es gab einfach soo viel Arbeit und auch am Wochenende war immer was los. Angefangen hat es im Januar mit einem Filmdreh für die UJ (University of Johannesburg). Da die WITS das besseres Filmmaterial hat und auch ein paar Leute die sich mit Kameas, Licht und Ton auskennen hat die UJ gefragt ob wir von DfL nicht für deren Campus Healf ein Werbefilm drehen könnten. Auch Judith und ich waren bei den Filmarbeiten beteiligt, allerdings nur als Helfende Hand die das richtige Kameraobjektiv aus dem Koffer bringen soll oder für ein paar Minuten den Reflektor halten soll. Es war sehr interessant mal hinter die Kulissen eine Semiproffesionellen Filmdrehs zu schauen. Es ist einfach irre wie penibel man auf die richtige Beleuchtung oder auf die Position der Wasserfläche achten muss, damit beim zusammenschnitt keine logischen Fehler zu sehen sind.
 In der Woche  vor meinem Zwischenseminar war es meine Aufgabe ein kleines Informationspakete für die neuen Studenten zusammenzustellen. Nach dem Seminar ging es dann erst richtig los, es war o-week (Orientierungswoche) bei der sich alle Studentenorganisationen und andere Clubs auf einer Art Plaza den neuen Studenten präsentieren. Auf verschieden Schichten verteilt saßen wir an unserem Informationstisch und haben dein interessierten Studenten von Drame for Life erzählt. Ziel war es, dass sich möglichts viel Studenten,die in ihrem Studiengang eher weniger mit Theater zu tun haben sich samt Kontaktdaten in eine liste eintragen. Daraus ist nun ein e-Mailverteiler mit über 200 Kontakten entstanden. Die Vision ist eine Studenten cominity zu haben die Fucultätsübergreifend sich an der Theaterprojekten beteidigt und von den Aufführungen Notiz nimmt.
Im Büro hat das Jahr auch wieder voll angefangen mit wöchentlichen meetings bei denen die kommenden Projekte besprochen werden. Es gibt auch wieder einmal pro Woche Townhall, wofür Judith und ich den grossen Seminarraum mit 50 Stühlen bestücken müssen und durch Plakate darauf aufmerksam machen. Die letzten zwei Wochen waren abends auchnoch Thaeteraufführungen von Masterstudenten. Judith hatte die Aufgabe diese Aufführungen zu Dokumentationszwecken zu filmen.

Auch in unsere Freizeit waren wir viel unterwegs. da haben wir durch Zufall eine ehemalige Mitarbeiterin von Drama for Life beim einkaufen getroffen, und schwups hat sie Judith, Laura und mir Freikarten für das erste Rugbyspiel in diesem Jahr geschenkt. Das Spiel fand im Ellison Park Stadium statt. Die Atmosphäre während des Spiels ist fast mit der bei deutschen Fußballspielen zu vergleichen, es gibt Fängesenge deren Text als eine Art Karaoke auf Grossbildschirmen gezeigt wird.

Am folgeden Wochenende waren wir beim Geburtstag von Josi in Soweto. Es war eigentlich geplant dass wir Freiwilligen zusammen etwas für uns kochen. Glücklicherweise haben wir etwas mehr gekocht, dann als das essen fertig war, wollten alle etwas davon Abbhaben, die gerade in der nähe waren. So wird Gastfreundschaft in Soweto verstanden, wenn jemand bei einer Feier etwas für mehrere Leute kocht, dann ist das gleich für alle die in der nähe sind, egal ob sie von der Gastgeberin eingeladen waren. Soweto ist trotz seiner 2 Millionen Einwohner irgendwie wie ein Dorf, auf der Straße kennt jeder jeden und wenn es essen gibt essen alle zusammen.

Weiterhin waren  Judith und ich an einem anderen Wochenende Laura in Vanderbilspark besuchen. Da das Wetter super war, haben wir den halben Tag bei ihr im Pool verbracht. Vanderbilpark ist etwa eine Stunde Fahrzeit südlich von Johannesburg. Die Wohngegendden  erinnern ein wenig an Parkview, es sind Bungerlows oder Einfamilienhäuser die von einem Garten umgeben sind. Um das Grundstück herum ist ein hoher Zaun oder eine Mauer. Auf nahezu jedem Grundstück sind ein bis zwei Hunde, die sofort anfangen zu bellen, wenn sich jemand dem Zaun nähert.

Nun wäre ich auch schon bei meinem letzten Wochenende. Am Sonntag waren Judith und ich nach dem Gottesdienst mit den Kindern von der St. Peters Childcare im Freibad. Natürlich war auch Judith M. dabei, außerdem ist noch Alina (unsere Vorgaengerin) mitgekommen. Die Kinder waren total aufgeregt und haben alle paar Minuten gefragt wann wir den endlich losgehen. Im Freibad angekommen stellte sich heraus, dass die meisten nicht wirklich schwimmen konnten, also ist immer einer von uns mit den Kindern im flachen Wasser geblieben. Es war nicht so verwunderlich, das die Kinder nicht schwimmen konnten, da einige von ihnen nochnichtmal eine Badehose besessen hatten. Für diesen Ausflug haben Alina und Judith M. extra schwimmschachen kaufen müssen. Auf dem Rückweg sind wir dann noch einwenig auf bei einem Spielplatz im Zoo Lake Park geblieben. Dieser Spielplatz war extrem voll, da viele Südafrikanische Familien am Wochenende mit dem Auto zu einem solchen Park fahren und dort zu Braaien. Als wir schließlich wieder bei der Kirche waren, hat eins der Kinder zu uns gesagt, dass es den Ausflug sooo schön fand und nun morgen in der Schule endlich erzählen kann was es am Wochenende erlebt hat. Das hat mir wieder gezeigt wie wichtig kleine Sachen für andere sein können. Das habe ich auch in meinem zweiten Rundbrief Theamtisiert, der von Begegnungen und meiner Arbeit handelt. Wer Interesse hat, auch diesen zu lesen, kann mich gerne kontaktieren.

Freitag, 16. Januar 2015

Endlich wieder Alltag

In meiner ersten normalen Arbeitswoche in Joburg gab es nicht viel zu erzählen. Im Büro war niemand außer Judith und mir. nahezu niemand hat angerufen und ich habe sehr wenige e-mails von Studenten bekommen. Somit hatte ich zwischendurch also genug Zeit meine Blogeintraege über die Reise zu schreiben. Außerdem hatte ich genügend Zeit mich ausführlich über die Ereignisse in Frankreich und Deutschland zu informieren. Irgendwie bin ich gerade ganz froh nicht in Europa zu sein. Andererseits kann ich von hier auch nicht meine Meinung verdeutlichen.
 Zur Abwechslung hat Jannine (eine ELM Freiwillige aus einem Projekt in Cramond/KwaZulu Natal ) die Woche über in Joburg Urlaub gemacht und bei uns im Wohnzimmer gewohnt.
Am Wochenende waren wir dann im Origin Center. Das ist ein Museum über die Entstehung der Menschheit in SA und über die San und die Bantu Kulturen. Es war sehr informativ und man erfährt in einer guten Stunde sehr viel über die ursprünglichen Kulturen aus Südafrika. Außerdem waren wir mal wieder in Rosebank um einen Großeinkauf zu machen.
Nun ist es an der Zeit, dass wir Freiwillige aus und um Joburg wieder anfangen eine gute Tradition unser Vorgänger weiterzuführen. Jeden Dienstag bekommt die St. Peters Gemeinde in der Judith tätig ist eine Lieferung von fast abgelaufenen oder nicht mehr weiterverkaufbaren Lebensmitteln. Der Großteil davon wird an bedürftige Gemeindemitglieder verteilt. Manchmal bleibt jedoch etwas übrig, was keiner der Südafrikaner haben möchte. Das sind dann beispielsweise Glutenfreies Brot oder europäische Schimmelkäse. Dann treffen können sich auch nicht bedürftige etwas nehmen. So bekommt Judith fast jeden Dienstag eine größere Ladung hochwertiger teilweise europäischer und damit teurer Lebensmittel. Diese haben wir letzten Dienstag alle gemeinsam zu einem Leckerem Gericht verarbeitet. Es gab Pap mit gemischtem gekochtem Gemüse (Zwiebel, Aubergine, Fenchel, Mais, Brokkoli und Tomaten), einem Großen Salat und etwas Rindfleisch. Zum Nachtisch gab es noch Schokolade und Melone. Das große Kochen fand bei uns in der Küche statt und es war ein sehr schöner Abend. Einzig der riesige Berg an Geschirr den wir abspülen mussten, dämpfte die Laune ein wenig.
 Seit dieser Woche gibt es wieder etwas mehr zu tun, fast alle anderen Mitarbeiter sind zurückgekommen. Ich habe die Aufgabe alles für die Registration der Studenten vorzubereiten. Dazu gehört auch das ausfuellen der Fees Quotation Forms für jeden der knapp 50 Studenten. Das ist ein Formular in das ich zunächst sämtliche persönliche Daten der Studenten eintragen muss (die erforderlichen Daten stehen in verschiedenen exeltabellen und in anderen nicht Digitalen Ordnern). Anschließend muss ich auch noch die zu belegenden Kurse sammt Nummern eintragen. Nun weiss ich auswendig welche Kursnummern man für Master in Drama Therapy belegen muss...

Teil sechs meines Reisetagebuchs, Durban und Joburg

Tag 14, von Coffee Bay nach Durban, Dienstag 30.12.14


Dieses mal hatten wir beim Transport nach Muthata zurück zum Baz Bus Glück. Kein überfülltes Taxi, sondern das große Privatauto des Bp. Das war auch notwendig um das Surfboard eines anderen Reisenden zu verstauen.
In Muthata angekommen haben wir zusammen mit ein paar anderen von uns freiwilligen noch 1,5 h auf den Bus gewartet. Als dieser endlich ankam, entpuppter es sich als ein normales Taxi und nicht als der übliche Baz Bus mit ein paar mehr sitzen. So war der Bus schon beim 2. Stopp überladen, insgesamt mussten 3 Personen auf dem Boden oder auf Eimern sitzen. Landschaftlich war es (solange man durch den dichten Nebel etwas erkennen konnte) recht Bergig mit ein paar Xhosa Häusern und Viehherden.
Als wir um 10pm Durban in unserem Bp (Banana Backpacker) waren, wollten wir eig. Recht schnell schlafen. Stadtessen erwartete uns erst einmal laute Musik und der Rest unser Freiwilligengruppe aus dem südlichem Afrika.
Das Bp war schon nach den ersten paar stunden das mit Abstand schrecklichste Bp was wir hatten. Zunächst einmal hatten wir für die erste Nacht keine Bettdecken (ob die betten wirklich für uns frisch bezogen wurden bezweifele ich stark), da diese wohl noch trocknen müssten. An der Rezeption hat sich auch erst nach einigem warten jemand um uns gekümmert. Als wir um Mitternacht noch Lauras Geburtstag gefeiert hatten, wollten wir auch endlich schlafen.
In unserem Zimmer (und im restlichem Bp) waren jedoch überall Schaben!!! Somit haben wir nur mit ekel die oberen Betten zum schlafen benutzt, alle Rucksäcke und Taschen wurden ebenfalls auf ein oberes Bett gestellt. (wir wollen jetzt nicht überlegen, dass derartige ausgewachsene Schaben ohne Probleme das Bett hätten hoch krabbeln oder fliegen können)
Ich habe ja bekanntlich kein Problem lebende, adulte Schaben in einer Kiste zu halten und lebendig mit der Hand zu verfüttern, aber der Gedanke, dass die Schaben nicht in der Kiste sind, hat selbst mich angeekelt.


Tag 15, Durban, Mittwoch 31.12.14, Silvester


Nach einer kurzen Nacht mit widerlichen Träumen ala Gregor Samsa (Kafka, die Verwandlung) ging es zum „uShaka“. Das ist ein großer Rutschpark mit angrenzender Marine world. Da das Wetter leicht nieselig und weniger warm war, war auch nicht so viel los. Wir konnten häufig ohne anstehen zu müssen rutschen. Meine Lieblinge waren dabei die Dunkelrutsch und die Trichterförmige rutsche. Zwischendurch haben wir uns noch die Delphinshow angesehen und sich in Reifen auf einer Art Kanal durch den Park geschippert. Mittags sind wir schließlich für den Braai am Abend einkaufen gegangen, haben endlich gefrühstückt (bzw. Mittagesessen) und haben uns wieder schlafen gelegt. (am Tag waren keine Schaben zu sehen).
Gegen 9pm ging es dann mit 29 Personen in einem Taxi für c.a. 15-17 Personen zu einer Party von der Freundin einer Freiwilligen aus Duban. Auf der hinfahrt musste der Fahrer auf einer recht Großen Straße wenden um nicht in eine Polizeikontrolle zu geraten....
Das Haus der Freundin stand in einer recht wohlhabenden Wohngegend mit bestem Blick auf Durban. Wir waren zwar deutlich mehr deutsch Freiwillige als Südafrikaner, der Braai war jedoch sehr schön. Endlich waren wir alle zusammen und konnten ausgelassen Feiern. (jetzt waren ja auch die Freiwilligen dabei die am 24. nicht in J-Bay sein konnten. Sogar Agnes und Tobi haben es noch um 10 zur Party geschafft, nachdem sie den Vormittag noch in Muthata verbracht hatten.
Um Mitternacht standen wir alle Draußen und haben das Feuerwerk über Durban beobachtet. Das war kürzer als erwartet (5-10 min), da in SA Feuerwerk aufgrund der hohen Waldbrandgefahr teilweise Illegal ist. Anschließend haben wir uns alle umarmt und „Happy New Year“ oder „Frohes Neues“ gewünscht. Bei 30 Personen dauert das schon ein wenig,bis man jeden einmal umarmt hat!
Gegen 5am hat uns das Taxi wieder zum Bp gebracht, dieses mal wurde aber zweimal gefahren. Es wurde schon langsam Hell am Himmel, die Musik wurde aber nicht leiser.


Tag 16, Durban, Donnerstag 1.1.15, Neujahr


Nachdem wir bis mittags geschlafen haben, sind wir zu einer großen Mal in der Innenstadt gegangen. Diese Mall war kein hochmoderner Glaskasten, sondern ein altes Backstein Gebäude. Im Inneren sah es fast so aus wie in einem Bahnhof, da das Dach aus Grauen Stahlträgern mit milchigem Glas bestand. Da Neujahr in SA ebenfalls ein Feiertag ist, waren die meisten Läden geschlossen. Glücklicher weise hatte jedoch P'nP geöffnet. So konnten wir unsere Vorräte an Brot, Sauce und Nudeln auffüllen. Als alles im Bp verstaut war, ging es in einer größeren Gruppe an den Strand. Man hat uns vorher schon erzählt, dass es dort Neujahr sehr viel los sein soll...Auf der Straße mussten wir nur dem Strom an Menschen folgen. Am „Strand“angekommen, konnte man vor lauter Menschen keine Sand mehr sehen. Im bewachten Wasserabschnitt waren wellen daran zu erkennen, dass sich die Menschenmasse auf und ab bewegte. Überall auf der Promenade saßen Menschen. Ich weiß nicht wie viele Tausende Menschen am Strand waren. Sehr auffällig war, dass wie fast die einzigen Weißen waren.
An unserem aller letzterem gemeinsamen Abend saßen wir alle zusammen auf den Balkonen im Bp. Von der Straße unter uns war immer noch Musik zu hören. Bleibt sich zu fragen, wann diese Leute schlafen und woher sie diese Energie bekommen.

Tag 17, fahrt von Durban nach Joburg, Freitag 2.1.15


um 8:30am ging Judiths und mein Bus nach Johannesburg. Dieses mal war es ein Citiliner von Greyhound. Wir fuhren pünktlich eine halbe Stunde später ab.
Landschaftlich gibt es auf der Stecke zwei verschiedene gebiete. Zunächst sind wir durch die „Typische Afrika Landschaft“ gefahren mit hohem gelben Gras, und vielen Schirmakazien. Die Flächen waren nur leicht hügelig.
Später wurden die Bäume weniger, die Flächen bestanden aus Landwirtschaft (Mais und Kartoffeln) oder Kühen, die vereinzelt auf riesigen weiden grasten. Dazu war es deutlich Bergiger. Zwischen durch hoben sich Klar Ausläufer der Drankensberge vom Horizont ab. Zunächst sind die Berge leicht ansteigend dann kommt eine gerade Felswand und ein flacher Gipfel, so ähnlich wie beim Tafelberg.
Als wir dann endlich nach 9 Stunden fahrt die ersten Häuser von Soweto sowie die Skyline von Joburg sehen konnten, fühlte es sich wie nachhause kommen an. Vergleichbar mit den Gefühlen die bei mir entstehen wenn ich nach langer fahrt endlich den Deister oder die ersten Häuser von Bad Nenndorf erkennen kann. Nach knapp 2,5 Wochen hin und her reisen freue ich mich jetzt aus „mein“ Bett und „unserer“ Wohnung.
Insgesamt war die Reise jedoch super schön, ich habe sehr viel von dem Land gesehen in dem ich noch höchstens 230 Tage leben darf. Es gab große unterscheide zwischen arm und reich sowie schwarz und Weiß zu entdecken. Nur zwei unser sechs Backpacker wurden von Schwarzen geleitet, sonst haben wir häufig schwarz nur als Reinigungs- und Hilfskraft in den Backpacker erlebt. Ich fühlte mich in den ersten Tagen in Kapstadt und besonders in Knysnar leicht unwohl, da uns Touristen eine Weiße Scheinwelt gezeigt wurde.
Ich kann aber jeden stopp unser Reise nur weiterempfehlen, da jeder Ort für sich einzigartig und besonders war. Meine persönlichen Highlights waren der Tafelberg, Weihnachten in J-Bay, Addo Park und Silvester in Durban. Zu Weihnachten und Silvester möchte ich anmerken, dass alle anderen Freiwilligen und die dadurch entstehende fast familiäre Gemeinschaft sehr viel zu diesen Highlight beigetragen haben.
Danke an alle die ich auf dieser Reise kennengelernt oder Wiedergesehen habe, ohne euch hätte etwas gefehlt !!!

Dienstag, 13. Januar 2015

Teil Fuenf meines Reisetagebuchs, Coffee Bay


Tag 12, Fahrt von PE nach Coffee Bay, Sonntag 28.12.14

Morgens ging es schon um 6:45 in PE los. Glücklicher weise konnte ich im Baz Bus noch ein wenig schlafen. waehrend 8 Stunden fahrt durch die Transkai und Homelands haben wir die Nadelwälder der Sunshinecoast verlassen und durchqueren eine grüne hügelige Landschaft. Immer wieder grasen auf den weiten wiesen Kühe, Schaafe oder Ziegen. Zwischen den Hügeln steht manschmal eine kleine Ansammlung von bunten Häusern. Manche sind rund, manche eckig. In Mthata mussten wir dann in ein Shuttle umsteigen, dass uns nach Coffee Bay bringen sollte. Problematisch war nur, dass das einzige Shuttle von einem anderen Bp bereits voll war. Also mussten wir in einem Taxi (Minni Bus) zum nächsten Taxirank fahren und von dort in einem Taxi nach Coffee Bay steigen. Fuer uns 3 war die fahrt jetzt nicht so besonders, die Schwedische Mitreisende ist allerdings zum ersten mal taxi gefahren und war etwas überrascht über die fülle und laute Musik im Taxi. Für uns war es jedoch auch das erste mal, dass wir mit einem Taxi tanken waren. Dabei wurde das Taxi samt Insassen, während des Tankvorgangs, von links nach rechts geschüttelt. Dabei wird das Benzin (oder Diesel) besser verteilt damit mehr getankt werden kann. (so ist zumindest unsere Theorie). die Fahrt fuehrte durch eine sehr ländliche Gegend. Mehr als einmal stand das Taxi Hupend auf der Strasse, weil eine Kuh den Weg versperrte. In dieser Gegend ist Xhosa die dominierende Kultur und Sprache. Dazu gehören auch die "Typisch Afrikanischen" runden Häuser.

Coffee Bay hatten wir uns als groesseren Touristischen Ort vorgestellt. Uns erwartete ein kleines Dorf mit schlammigen (es ist Regenzeit) Strassen. Unser Bp Sugar Loaf (http://sugarloafbackpackers.com/ ) liegt direkt am Wasser der Lagune, von den Gartnliegen aus kann man sehr gut den Strand und das Meer sehen. Sehr schön ist auch unser Doorm. Wie schlafen in einem klassischem rundemHaus mit Strohdach. Zu den zahlreichen Hunden in unserem Bp gesellen sich als Haustiere auch viele kleine Gekos, die an den Wänden entlanglaufen.


Tag 13, Coffee Bay, Montag 29.12.14

Nun hatten wir einen ganzen Tag in Coffee Bay. Da wir uns nicht sehr viel vorgenommen hatten, haben wir den Vormittag im Bp verbracht. Also legte ich nicht mit meinem Buch auf eine der Liegen. Kurze Zeit später legten sich zwei der Hunde zum schlafen auf mein schoss.

Als wir gegen Mittag zu einer kleinen runde durch das Dorf aufgebrochen sind, gab es nicht sehr viel zu sehen. Fast jedes zweite Haus war ein Bp. was ein Restaurant und Surfkurse anbietet. Es gab weder ein ATM noch ein Supermarkt. Dafür ein kleinen Shop mit Handarbeitsprodukten.
Das Dorf wurde von einem kleinem Fluss durchquert, an der einen seite gibt es eine ganz neue Brücke, an der anderen Seite nur ein paar Steine... Auf der einen Uferseite wurden wir sogleich von ein paar Frauen angesprochen, die uns Peerlen und Muschelketten verkaufen wollten. Tatsächlich haben wir dann etwas gekauft um die Lokale Wirtschaft zu unterstützen. Auf dem weiten weg zum Strand wurden wir noch häufig von irgendwem (auch Kindern) angesprochen, die uns etwas (meistens Armbänder) verkaufen wollten. So häufig und Aufdringlich hatte ich es noch nie in SA erlebt. Natürlich gibt es auch in Joburg obdachlose und sehr arme Menschen die vor den Supermärkten sitzen oder an Ampelkreuzungen Sachen verkaufen, diese sind aber meistens nicht so aufdringlich.


Der erste Blick vom Strand waren nur ein paar Felsen. Später am Tag sind wir noch zum "richtigem" Strand gegangen. um dort hinzugelangen mussten wir noch einen kleinen Pfad über eine mit dichten Büschen beswachsenden Hügel entlanglaufen. In den Büsche war es feucht warm und es hat überall gezirpt. Nach den Büschen ist man auf ein Abhang aus |Rasen gestossen. Von dort konnte man das Meer und die Lagune mit dem Strand sehen.Wir sind garnicht mehrzum Strand gegangen, da der Rasen auch recht bequem war und nacher nicht wieder alles Sandig ist.
Diesen Abend sassen wir noch am Lagerfeuer und haben der Trommelmusik gelauscht.

Donnerstag, 8. Januar 2015

Teil vier meines Reisetagebuchs, Port Elizabeth

Fortsetzung 25.12.14, 22:00, Port Elizabeth

nach nur 50min waren wir schon in PE. Es war schon alles dunkel. Das Bp (Lungile Lodge http://www.lungilebackpackers.co.za/ ) von uns (Jannine, Judith W. und ich) ist nur knapp 10min vom Bp (Helicater http://www.helibackpacker.co.za/ ) von Agnes und Tobi entfernt. Da wir komischer weise noch nicht müde waren haben wir uns kurz nach dem Check in getroffen und sind zum "Strand" gegangen. Dieser entpuppte sich als eine Betonmauer, hinter der ein wenig Sand zu sehen war. Nachdem wir endlich ein weh nach unten gefunden hatten, setzten wir uns auf eine kleine Mauer hinter ein paar Felsen ans Wasser. glücklicher Weise haben wir uns nicht auf die Felsen gesetzt. Die Wellen waren nämlich so stark, dass sie hoch über die Felsen spritzten (wir blieben in 2 Meter Entfernung Trocken). Der Nachthimmel von PE war jedoch nicht mit dem von J-Bay zu vergleichen, viel zu hell durch die Straßenbeleuchtung.

Tag 10, Port Elizabeth, Freitag 26.12.14, 2. Weihnachtsfeiertag



Heute wollen wir PE etwas erkunden. Relativ schnell waren wir bei Bayworld, was laut Agnes Reiseführen ein Aquarium sein sollte. Es stellte sich jedoch heraus, dass es nicht eindeutig zu definieren ist. Zum einen gibt es ein Teil über Würgeschlangen, Schildkröten und Krokodile. Nebenan stehen dann Dinosaurier (so weit ganz passend). Anschließend kommt jedoch ein Museum über Schifffahrt, Kolonialgeschichte, Afrikanische Kultur, Evolution, Afrikanische Tiere, Wale, Muscheln, Mode und Photographie. Wir haben uns mehr al einmal gefragt, wo der rote Faden geblieben ist. Ich sehe zumindest kei Zusammenhang zwischen Evolution der muschelartigen Tiere und Mode (Haute Couture).
Neben dem Museum war dann auch Tatsächlich das Aquarium mit c.a. 10 klein, unschön eingerichteten Becken. Draußen gab es noch eine Seelöwenshow in einem Becken in dem zwei große Meeresschildkröten schwammen und eine Pinguinfütterung. Insgesammt ist anzumerken viele der Tiere in zu kleinen oder schlecht eingerichteten Gehegen gehalten wurden !
Anschließend gab es Weihnachtsessen Nr.2, eine leckere Pizza beim Italiener mit Meerblick.

 
Nun noch schnell einkaufen gehen... Der nächste P&P sollte nur 15min entfernt sein. Nach 20min kamen wir dann zu einem Spar. Das ist der kleine Haken bei Auskünften in SA. Niemand gibt freiwillig zu, dass er es nicht wisse. Also sollte man immer mindestens 2 Personen unabhängig voneinander fragen. Sagen beide das Selbe ist es wahrscheinlich richtig, sind die Meinungen unterschiedlich fragt man weiter oder findet von alleine den richtige Weg (nicht immer der Mittelweg). Abends haben wir noch in unserem Bp gechilld.

Tag 11, Addo-Elephant-Nationalpark, Sammstag 27.12.14
Für Heute war wein Trip in den Addo - Elephant - Nationalpark gebucht. Das ist der drittgrößte National Park in Südafrika. Um 9:00 hat uns unser Tourguide am Bp abgeholt. Wir saßen dann mit 4 andern (ein deutscher Freiwilliger und seine Familie aus Göttingen) in einem Kleinbus. Leider ließen sich nur die Fahrer und Beifahrer sowie ein anderes Fenster zum Photographieren öffnen. Außerdem war es den ganzen Tag über leicht nieselig. Trotzdem haben wir einige Elefanten ganz nah gesehen. Ein junger Bulle stand nur ein Meter von dem Auto entfernt! Es ist einfach unglaublich und ganz anders als in einem Zoo oder Safaripark.








Am häufigsten haben wir Warzenschweine, Zebras und Kudus gesehen.

 





Aber auch eine Herde Büffel lag in einiger Entfernung im Gras.





In weiter Ferne konnten wir sogar zwei männliche Löwen entdecken. Richtig zu sehen waren sie aber nur mit Fernglas oder gutem Kamerazoom (zumindest wenn man weiß wo man suchen muss).



 Weiterhin konnte Elenantilope (Taurotragus oryx), Südliche Grünmeerkatze (Chlorocebus pygerythrus)


 Strauß (Struthio camelus), Sekretär (Sagittarius serpentarius)

  , Fuchsmanguste (Cynictis penicillata),






 Schabrackenschakal(Canis mesomelas), Kuhantilope (Alcelaphus buselaphus),




Pantherschildkröte (Stigmochelys pardalis),


 flightless dung beetle (Circellium bacchus) und ein paar nicht näher bestimmte wundervolle Vögel gesehen werden.



 Um die Big 5 zu vervollständigen fehlen also nur noch Leopard und Nashorn. Ich möchte aber irgendwann auch noch Giraffen, Nilpferde und Gepard in freier Wildbahn sehen. Aber dazu habe ich ja noch 9 Monate Zeit.








Fazit PE:

Mittelgrosse Hafenstadt, unser Bp war an der falschen Seite der Bucht (es soll aber ein schönen Strand geben)

Fazit Addo:

Auf jedenfall bei gutem Wetter und im offenen Fahrzeug mit Führer buchen!

Bewertung Bp:


http://www.lungilebackpackers.co.za/
Ambiente (Chillfaktor): 8 Sofas
Lage: 7  5min Wasser, 20 min Shop
Servicefreundlichkeit: 8 nett
Einrichtung: 8 Alt Afrika
Kommentar: endlich mal keine weiße Leitung, 12er Doorm