Dieses
Wochenende war ich mit einigen anderen Freiwilligen (den beiden
Jungst aus Hilbrow, der Freiwilligen aus St. Peters und ein paar
ihrer Freunde, der Freiwilligen aus Vandervilspark und dem
Freiwilligen aus Randpark) bei den beiden Freiwilligen in Soweto.
Genauer gesagt im Stadtteil- Jabawo im Sehto Sektor. Um dort
hinzukommen sind wir mit einem Taxi (minnibus) vom Bree aus gefahren.
Der Bree auch MTN (der zweitgrößte Telefonanbieter in SA) Taxiranck
genannt. Er besteht aus einem zweistöckigem Parkhaus und ein paar
weiteren Parkflächen. Überall ist Werbung von MTN zu sehen (daher
der Name). Im Parkhaus ist ein für uns Europäer undurchschaubares
Gewusel aus Menschen und Taxis. Das schöne an Südafrika ist, dass
man sich fast immer ganz gut durchfragen kann und irgendwann an
seinem Ziel ankommt. Alle sind sehr hilfsbereit, so haben auch wir
nach kurzem suchen ein Taxi gefunden das uns nach Jabawo gebraucht
hat.
Nun
zu Soweto, dem Namen nach ist es zwar das südwestliche Township von
Johannesburg, von allen Einwohnern Sowetos wird es aber als eigenen
Millionenstadt bezeichnet. Das versteht man erst wenn man einmal da
gewesen ist. Soweto gliedert sich in verschiedene Stadtteile, die
sich wiederum in verschiedene Sektoren oder Area's gliedern.
Innerhalb einer Area wird hauptsächlich nur eine afrikanische
Sprache gesprochen. (z.b. Zulu, Shetho oder Xhosa). Die Stadtteile
unterscheiden sich teilweise stark durch den Reichtum der Bewohner.
Es gibt sowohl großzügige Steinhäuser als auch Wellblechhütten
und alles was dazwischen liegt. Gemeinsam haben die Häuser jedoch,
dass sie nur aus einem Erdgeschoss bestehen. Dadurch hat Soweto eine
riesige Fläche, wenn man in der Nacht zum Horizont schaut, blickt
man auf ein nicht endendes Lichtermeer aus Orangen und ein paar
weißen Punkten, die symmetrisch angeordnet sind.
Unser
Abendbrot war ein Chota (with Cheese, Egg, Chips, Meet und Sauce).
Wie ihr der Bestellung entnehmen könnt also ein Mix aus Käse, Ei,,
Pommes, Fleisch und Sauce, welcher in einem halben ausgehülltem
Weißbrot gereicht wird. Das Ganze übrigens für nur 10,50 R also
für c.a 75 Cent. Ich möchte erst gar nicht die Nährwertangaben
wissen, zumindest hat es um c.a. 18:30 genug Energie gegeben um bis
nach drei Uhr morgens zu Tanzen, nach vier erst einzuschlafen und um
9 erst wieder zu Frühstücken bei drei Stunden Schlaf. (meinen
Energie verbrauch in dieser Uhrzeit dürft ihr euch selbst ausrechnen
damit ihr aus die richtige Kalorienzahl kommt, zu der Rechnung müsst
ihr aber einen Liter Cola hinzufügen ;) ) Chota ist ein Typisches
essen für Soweto, es ist stark sättigend, hat viele Kalorien und
billig. Leider haben einige Menschen, darunter auch Kinder nicht sehr
viel Geld für Nahrungsmittel zur Verfügung, in einem
vergleichsweise recht stark Industrialisiertem Land wie Südafrika
haben zwei Prozent der Einwohner genau soviel Geld wie die restlichen
95 Prozent besitzen. (nicht das es in der USA oder China anders
aussehen würde).
Zur
Disko sind wir dann (wie mittlerweile schon üblich) mit c.a. 18
Personen in einem Kleinbus gefahren (also mit 4 Personen pro
Dreiereihe, darauf eine fünfte Person, ein paar im Kofferraum oder
auf der Lehne zwischen zwei Reihen ;) ). In dem sehr vollem Club der
über zwei Etagen ging, waren wir die einzigen weißen unter deutlich
über Hundert Menschen. Einzig der Clubbesitzer sollte auch noch weiß
sein. Allgemein sieht man in Soweto eher einen Albino (ein Mensch dem
alle oder die meisten Pigmente fehlen) als einen weißen mit
europäischen oder asiatischen Wurzeln. Der Club war leider so voll,
das Tanzen nur auf minimalem Raum möglich war (also höchstens einen
fußbreit platz zu jeder Seite, Arme möglichst angewinkelt).
Am
nächsten morgen (also nach Sonnenaufgang) wollten wir wieder um 8
nach Johannesburg zurück fahren. Da das Auto aus St. Peters
eindeutig zu klein (selbst aus südafrikanischer Sicht, passen keine
8 Personen in einen 4,5 Personen Honda Plus Matratzen und Schlafsäcke
!) war, wollten Judith und ich mit einem Minitaxi zurück nach Joburg
fahren. Soweit so gut. Als Josi (die Freiwillige aus Soweto) und dann
zur richtigen Straßenkreuzung gebracht hat, sahen wir von weitem
schon eine Gruppe Läufer und keine Taxis. Es war mal wieder ein
Sowetomaraton und ausgerechnet diese Straße (die Hauptstraße
Jabawo's ) wurde streckenweise komplett gesperrt. Nach einem kleinen
Fußmarsch haben dann an der nächsten Tankstelle alle Taxis gewartet
und wir konnten endlich nach Joburg fahren.
Nun
zu einer weiteren Kuriosität beim Taxifahren, der Fahrpreis. Das
System dahinter hat noch niemand durchschaut, vom Bree nach Jabuwo
(30 min.) oder zurück kostet es pro Strecke 11,50 R.
Eine
Fahrt von der WITS zum Zoo Lake hin (von Bree weg ) 11 R, zurück
(Stadteinwärts) aber nur 9 R. (die fahrt dauert nur 15 min bei
flüssigem Verkehr). Von WITS zwei Straßenkreuzungen weiter ist die
Fahrt kostenlos (an der genannten Kreuzung kann man besser zum Zoo
Lake fahren), für knapp 5 Minuten vom Bree zu einer Kreuzung in
Newtown zum umsteigen sind es aber 5 R. Von da braucht man nochmal 9
R um weitere 5 Minuten zum Constitution Hill zu fahren. Ach ja, von
Randpark zur WITS kostet es wieder 11 R. Vielleicht findet ihr aus
meinen hier niedergeschriebenen Beobachtungen nicht nur Widersprüche,
sondern auch ein paar nützliche Regelungen. Falls dem so sein
sollte, meldet euch umgehend bei mir !!!
Das
Bild auf der fahrt zum Mvuso Projekt entstanden, aus einem Auto
heraus. Ich habe es nicht gewagt für das Wochenende eine Kamera
mitzubringen, da alle aus Joburg von der Kriminalität in Soweto
berichtet haben. Ich habe mich aber auf Soweto's Straßen auch nach
Sonnenuntergang sehr sicher gefühlt. Viel sicherer als in Newtown am
Tag! Man wird zwar an jeder Ecke angesprochen, wie schön man denn
aussieht und woher man kommt, aber die Menschen tun dieses nicht mit
der Absicht zu schauen, ob man ein Handy oder andere Wertgegenstände
dabei hat. Allerdings wurde dem einen Freund aus St. Peter's im Club
der Autoschlüssel gestohlen und zwar aus einer verschlossenen
Reißverschlusstasche. Für Frauen gilt daher auch in Soweto, dass
man Geld, Kreditkarten und Personalausweis an einem Sicheren Ort
direkt am Körper verstauen sollte.
Das
Bild Zeigt eine Typische Straßenkreuzung in Soweto, mit einem
Kleinem Kiosk der sein Sortiment auf seiner Hauswand präsentiert.

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